Wie oft hat man das nicht schon gehört? Wahlplakate braucht man nicht. Würden doch einfach mal alle Parteien darauf verzichten, es würde sich ja doch am Wahlergebnis oder der Wahlentscheidung nichts ändern! Diese These vertreten einige Personen, die vielleicht einfach der schieren Flut an Plakaten überdrüssig sind. Hier lacht eine Person vom Plakat, dort liest man markige Sprüche, an anderen Stellen noch eben Werbung für eine Veranstaltung und schon sind alle Laternenmasten mit mindestens einem, eher mehreren Plakaten voll. Doch die Frage stellt sich wirklich. Braucht man eigentlich Plakate für den Wahlkampf?

Eine gute Frage. Mancherorts sagt man, würden einfach einmal alle Parteien auf Plakate verzichten, würde das keinen Ausschlag auf die Wahlentscheidung eines Einzelnen haben. Man verzichtet dann aber doch nicht, da man sich untereinander darauf nicht einigen kann und „wenn eine Partei hängt, dann hängen wir doch lieber alle“, so ein gängiger Satz eines jeden Wahlkämpfers. In einigen Kommunen gibt es eigene Plakatwände, an denen jede Partei Plätze für ihre Plakate hat. Nur dort darf man dann Plakate kleben und ansonsten ist der Ort „plakatfrei“. Sicherlich eine Möglichkeit, aber dann doch eher für kleinere Kommunen.

In Frankfurt bräuchte man dann doch so viele dieser Plakatwände, dass man auch direkt mit dem „freien Plakatieren“ weitermachen kann. Aber die Frage stellt sich dennoch. Was ist der Sinn und Unsinn von Wahlplakaten? Gerade jetzt, wo ich doch tagtäglich Plakate in meinem Auto kutschiere und hänge, klebe, nachplakatiere, mir die Finger von Kabelbindern einschneide und erstmals selbst von großen Plakaten freundlich in die Gegend lächele, frage ich mich, hat das alles überhaupt einen Effekt?

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Für die Kommunalwahl kann ich hier bislang nur ein deutliches JA sagen. Seit ich von Laternenmasten und anderen Plakatmöglichkeiten grüße, haben mich viele Leute angesprochen und sagen: „Mensch Yannick, du kandidierst ja für den Römer. Toll mal Jemanden wirklich zu kennen, der auf Plakaten zu sehen ist.“ Andere sagen mir einfach, dass meine Plakate gut aussehen oder kommen auch mal mit konstruktiver Kritik. Aber die Plakate fallen auf. Diejenigen, die schon vorab wussten, dass Kommunalwahlen anstehen, begutachten die Plakate und suchen Kritikpunkte oder Argumente für ein Lob. Diejenigen, die sich vielleicht nicht ganz so sehr für Politik interessieren, wissen nun zumindest, dass Wahlen anstehen und wenn dann auch noch Jemand zu sehen ist, den sie kennen, fühlen sie sich vielleicht doch bewegt, wählen zu gehen. Also haben Plakate während der Kommunalwahl, bzw. während des Wahlkampfes absolut ihren Sinn. Natürlich nur begleitend. Ein Plakat ersetzt kein persönliches Gespräch und ein Flyer im Briefkasten bietet mehr Informationen, als es ein Plakat könnte. Aber die Aufmerksamkeit für eine Wahl bieten Plakate doch. Und wenn Plakate auch nur ein paar Leute mehr an die Wahlurne bringen, dann haben sie doch auch ihren Zweck erfüllt.

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Ich jedenfalls werde, nachdem ich diese Zeilen geschrieben habe, wieder raus „uff die Gass“ gehen und weiter plakatieren, schließlich sollen mich noch viele Leute freundlich lächeln sehen!

 

Aus Frankfurt für Frankfurt und immer „Bei de Leud“!

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