Politische Parteien verfügen zumeist über eine Jugendorganisation. Diese sind entweder Sonderorganisationen, die an der „Mutterpartei“ angedockt sind oder parteiinterne Vereinigungen. Manchmal werden sie als Motor, als Antreiber der eigenen Partei gesehen, manchmal jedoch viel mehr als Querulanten.  Als Mitglied einer solchen Jugendorganisation weiß ich, wie es in der Praxis aussieht. Als Politikwissenschaftler, der sich mit diesem Thema auch theoretisch auseinandersetzt oder gesetzt hat, weiß ich auch wie die Wissenschaft das beleuchtet. Aber für die Junge Union sprechend, kann ich eines direkt sagen, ein CDU-Wahlkampf würde ohne die JU nicht oder nur sehr schwer funktionieren.

Bei Wind und Wetter rennen wir JUler auf den Straßen Frankfurts herum, verteilen Flyer in Briefkästen, kehren von diesen Aktionen erst in den frühen Morgenstunden heim, hängen Plakate, richten sie neu, ersetzen kaputte Plakate und lassen uns dabei anpöbeln, besetzen Informationsstände und werben für die CDU, was das Zeug hält.

Infostand KW16Natürlich gilt man als junges Mitglied einer Partei bei den eigenen Leuten schnell als aufstrebender Jüngling, den es zu bremsen gilt. Parteiextern gilt man als Karrierist, der nur die eigenen Vorteile sieht und bei Menschen, die gar nichts mit Politik zu tun haben, wird man schnell mit Kopfschütteln bedacht. Aber ich muss sagen, all das stimmt nicht. Es macht einfach Spaß mit gleichaltrigen und gleichgesinnten Leuten für die gemeinsame Sache zu streiten. Es macht auch Spaß mit gleichaltrigen, aber nicht gleichgesinnten Leuten, über Inhalte zu diskutieren. Es ist mir immer eine Freude, Termine für die Junge Union wahrzunehmen und in unseren Reihen Verantwortung zu tragen. Politik ist weiterhin zu großen Teilen Ehrenamt. Das darf man nicht vergessen. Nur ein Bruchteil der Mitglieder aller Parteien können vom politischen Betrieb leben, für den Rest gilt wie für alle Vereine auch, man benötigt den Nachwuchs, um ein geregeltes Organisationsleben aufrecht zu erhalten.

Kreisdelegiertenversammlung 2016_JUFFMIch jedenfalls bin kein parteiinterner Querulant. Ja, ich habe meine Meinung, die deckt sich oft mit der Meinung der Partei. Manchmal aber eben auch nicht, dann wird auch gerne einmal herzhaft diskutiert. Ich bin aber sicher auch kein Parteisoldat, der nur nach Vorgaben handelt. Ich bin mit Leib und Seele JUler und das sind wir gerade auch im Wahlkampf alle. „Dann machts halt die JU“, so lautet unser Slogan, wenn dann doch einmal mehr der Anruf kommt und gefragt wird, ob wir nicht den Infostand besetzen können, Plakate kleben und hängen können oder ob wir nicht kurzfristig eine Veranstaltung besuchen können. Ja, dann machen wir das eben und wir machen es gerne.

35 Jahre, älter wird man innerhalb der JU nicht. Aber eines kann man sicher sagen, wer das Gefühl erlebt hat, in der JU zu sein, der wird an diesem immer fest halten und die Freundschaften, die hier entstehen, halten ein Leben lang.

„Einmal JU, immer JU!“

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