Liebe Frankfurter,

wahrscheinlich haben viele mittlerweile ihre Wahlbenachrichtigungskarte und den Musterstimmzettel mit der Post erhalten. Bei mir war es jedenfalls gestern der Fall. Nun bekommt man nicht alle Tage einen recht dicken Din A-4 Umschlag der Stadt Frankfurt nach Hause geschickt. Was sich dann als Inhalt offenbart, wird viele erst einmal die Sprache verschlagen haben. Ein Stimmzettel so groß wie manch ausgewachsener Mensch. 1,60 meter lang/groß und mit 20 Listen versehen, ist der Stimmzettel für die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung am 6. März.Stimmzettel KoWa16

Ich bin mir etwas unsicher, ob dieser Stimmzettel etwas gegen die eingetretene Politikverdrossenheit bei Kommunalwahlen tut. Wer erst einmal eine Zeit lang braucht, um überhaupt den ganzen Stimmzettel und alle Wahlvorschläge zu überblicken, der schaltet vielleicht doch schneller ab, als man denkt. Meines Erachtens müssen für die nächsten Kommunalwahlen andere Regelungen gefunden werden. In der Schweiz wählt man zum Teil mit Stimmheftchen, in Hamburg hat man dies im vergangenen Jahr ebenfalls getan. Vielleicht ist das eine Möglichkeit. Man will ja keinen Parteien und Gruppen den Zugang verwehren, aber ein solcher Stimmzettel schreckt doch einige Menschen ab. Wenn man also sagt, man wolle die Wahlzulassung nicht erhöhen – bislang benötigt man die doppelte Anzahl an Unterschriften der Sitze in der Stadtverordnetenversammlung, in Frankfurt also 186 Unterschriften, wenn man nicht bereits im Parlament vertreten ist – dann muss man sich Instrumente einfallen lassen, die Stimmzettel freundlicher für die Wähler zu gestalten. Das muss die Aufgabe der kommenden Stadtverordnetenversammlung sein, die die Hoheit zur Wahlvorbereitung hat. Mit den jetzigen Stimmzetteln geht nämlich auch ein Informationsdefizit einher, denn außer Namen und Listenplatz der Bewerber findet man keine weiteren Angaben.

Man darf deshalb auch gespannt sein, wie hoch der Anteil der Briefwahl in diesem Jahr sein wird, denn bei diesem tischtuchartigen Stimmzettel ist die Verlockung schon groß, bequem von zu Hause aus zu wählen. Wer dies möchte, der sei noch einmal an meinen Beitrag zur Briefwahl erinnert. Zu finden ist dieser hier.

Wer dazu auch noch von der Möglichkeit des Kumulierens und Panaschierens Gebrauch machen möchte, dem darf ich das Gif der Jungen Union Hessen empfehlen:

fb_timelinefoto_kw16_wahlsystem_erklaert_animiert_vers2

 

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