„Vereinsmeierei“ ist ein Wort, das es wohl wirklich nur in Deutschland gibt. Es beschreibt Menschen, denen eine Arbeit in einem Verein außerordentlich wichtig ist. Oft jedoch wird dieses Wort eher negativ besetzt und konterkariert damit vielfach das Wirken eines Menschen, dem Vereine und Ehrenamt wichtig sind. Mir liegen Vereine am Herzen und das Ehrenamt ist für mich die Basis einer funktionierenden Gesellschaft. Für mich ist es von enormer Bedeutung, Vereine zu stärken und das Ehrenamt in seiner Struktur zu fördern. Vor einigen Monaten hat mir Jemand einmal gesagt, das Ehrenamt sei tot. Dieser Satz hat mich zutiefst erschreckt, denn für mich ist das Ehrenamt keinesfalls „tot“, es ist lebendiger, denn je. Wir befinden uns in einer Zeit, in der viele Menschen ehrenamtlich Hilfe leisten. Ohne die vielen Helfer, die neben ihrem Beruf, neben der Familie und neben vielen anderen Dingen, helfen Flüchtlinge zu betreuen und dort wichtige Integrationshilfe leisten, könnten wir diese Aufgabe wohl nicht einmal ansatzweise meistern. Die sogenannten „Flüchtlingskrise“ ist deshalb ein gutes Zeichen, dass das Ehrenamt in seiner traditionellen Form und Struktur alles andere als ein Auslaufmodell ist.

12800219_10208666876257141_3813663132533206265_nFrankfurt schließlich ist eine Vereinsstadt. Frankfurt ist eine Stadt, die eine lange Vereins- und Ehrenamtstradition aufweisen kann. Das berühmte Gedicht von Friedrich Stoltze, das wohl zumindest ein jeder Frankfurter kennt, entstand als Begrüßung für die Besucher des fünften Deutschen Turnfests 1880. Ich darf zitieren: „Es is kaa Stadt uff der weite Welt, die so merr wie mei Frankfort gefällt, un es will merr net in mein Kopp enei: wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei!“
Auch im Laufe des 20. Jahrhunderts waren es die ehrenamtlich Tätigen, die sich beispielsweise um den Wiederaufbau Frankfurts verdient gemacht haben oder halfen so tolle Ereignisse, wie die Fußball-Weltmeisterschaften 1974 und 2006, das Deutsche Turnfest 2009, den evangelischen Kirchentag 2001 oder Jahr für Jahr den Iron Man zu veranstalten. Ohne die Menschen, die sich hier ehrenamtlich engagieren, wären solche Ereignisse undenkbar. Aber es wäre auch undenkbar, dass die Stadtgesellschaft ohne das Ehrenamt funktionieren würde. Das rege Vereinsleben, das Leben in den Kirchengemeinden, die Freiwilligen Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und dergleichen mehr sorgen dafür, dass ein jeder Frankfurter Anschluss an die Gesellschaft findet und seinen Teil dazu beitragen kann, unsere wunderbare Heimatstadt noch schöner zu machen.

Eines ist mir immer wichtig zu erwähnen, wenn es um das Ehrenamt geht. Die Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, machen dies unentgeltlich. Sie nehmen viel Zeit und Engagement auf sich, um anderen Menschen zu helfen, mit ihnen zu arbeiten und der Gesellschaft etwas zurück zu geben, was sie einst bekommen haben. Man muss einem Ehrenamtler keine großen Summen an Geld versprechen, man muss ihm aber die Strukturen schaffen, dass er sein Ehrenamt gut ausführen kann. Das ist eine gesunde Ehrenamtsförderung. Natürlich gehört hierzu auch einmal Danke zu sagen. Sei es bei einer zentralen Feier, die einmal im Jahr stattfindet oder bei dezentralen Dankesabenden. Eine kleine Aufmerksamkeit, ein kleines Dankeschön, steigert die Motivation vieler, sich weiter für das Ehrenamt einzusetzen. Schlussendlich kann man mit einfachen Mitteln das Ehrenamt fördern. Die Ehrenamtscard, die es in Hessen und Frankfurt bereits gibt, ist eine solche Möglichkeit. Zurzeit gibt es noch relativ hohe Hürden, um diese zu erlangen, daher setze ich mich dafür ein, diese Hürden abzusenken, damit gerade junge Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, einen Zugang zu dieser Karte erhalten.

Wer das Ehrenamt fördert, fördert und stärkt eine funktionierende Gesellschaft. Damit Frankfurt weiter liebens- und lebenswert bleibt, gilt mein Einsatz den vielen ehrenamtlich tätigen Menschen in unserer Stadt.

Aus Frankfurt für Frankfurt und immer „Bei de Leud“!

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