Neuer Sportplatz in Nieder-Erlenbach

Die Entscheidung steht: Ihren Rasenplatz will die TSG Nieder-Erlenbach behalten, der Tennenplatz soll dem neuen Kunstrasenplatz weichen. Läuft alles glatt, wird die neue Spielstätte noch 2016 fertig.  

Nieder-Erlenbach. Das Interesse war groß, als Sportdezernent Markus Frank (CDU) mit den Nieder-Erlenbachern besprechen wollte, wie und wo genau der neue Kunstrasenplatz auf dem Sportgelände am Erlenbach gebaut werden soll. Zwei Optionen standen zur Auswahl: Den Rasenplatz oder den Tennenplatz opfern, um an seiner Stelle einen Kunstrasenplatz mit zwei angrenzenden Kleinspielfeldern zu errichten. Die Wahl, erklärt der Abteilungsleiter Fußball der TSG Nieder-Erlenbach, Albert Kunna, war nicht schwer: „Kein Fußballer dieser Welt würde einen Rasen gegen einen Kunstrasen eintauschen.“ Und so nehmen Frank und die Mitarbeiter des Sportamts die Entscheidung mit: Der Kunstrasenplatz entsteht anstelle des Tennenplatzes.

Alle, die im Stadtteil das Thema Sportplatz interessiere, seien eingeladen worden, sagt Frank, Fußballer wie Leichtathleten. Doch der Fußball sei die vorherrschende Sportart und so hielten sich die Leichtathleten eher zurück. Würde der Kunstrasenplatz anstelle des Rasenplatzes gebaut, könnte auch die alte 400-Meter-Aschenlaufbahn rings um den Fußballplatz durch eine Kunststoffbahn ersetzt werden, erklärt Frank. „Aber das Bedürfnis war offenbar nicht so stark ausgeprägt. Die Leichtathleten kommen auch mit der Aschenbahn zurecht.“ So bleibt auch die Weitsprunggrube erhalten. Und der Rasenplatz habe noch einen Vorteil: Anders als bei Kunstrasen kann man hier etwa auch Speerwerfen üben.

Kosten etwa gleich hoch

Die Kosten für beide Varianten seien etwa gleich hoch, auch wenn der Kunstrasen auf dem Tennenplatz keine Laufbahn erhalte, sagt Frank. Im städtischen Haushalt sind 1,8 Millionen Euro vorgesehen. „Dafür muss der Platz deutlich angehoben werden, was zusätzliches Geld kostet.“ Geld sparen könne die Stadt bei dieser Variante, weil es am Tennenplatz bereits eine Beleuchtungsanlage gebe: Anders als am Rasenplatz liegen die nötigen Leitungen hier bereits.

Angehoben werden muss der Platz, weil er sonst bei starkem Regen von Schlamm überflutet zu werden drohe – wie es beim Tennenplatz regelmäßig geschah. „Der Kunstrasenplatz würde dadurch zerstört“, erklärt Frank. Nicht der nahe Erlenbach ist dabei ein Problem: Das schlammige Wasser kommt den Hang hinunter geflossen. Gräben sollen das Wasser künftig noch besser um den Platz herum leiten.

Für die TSG sei der Kunstrasen wichtig, sagt Kunna. „Auf einem Tennenplatz will heute niemand mehr spielen.“ Vor allem Mütter wollten nicht, dass ihre Kinder immer wieder mit aufgeschrammten Knien nach Hause kommen. „Unsere Nachwuchsarbeit ist zwar in fast allen Jahrgängen gut aufgestellt. Aber ein Kunstrasenplatz bringt den Jugendmannschaften einen Auftrieb.“

Zwei Spielstätten

Mit dem Kunstrasenplatz habe der Verein künftig zwei Spielstätten, freut sich Kunna. „Ohne übertreiben zu wollen: Das wird eine der schönsten Anlagen in ganz Frankfurt.“ Schön im Grünen liegen die Sportplätze, zwischen Wald auf der einen und Feldern auf der anderen Seite. Auch deshalb sei der von einem Ballfangzaun umgebene Kunstrasenplatz auf dem halb im Wald gelegenen Tennenplatz besser aufgehoben: „Die Zäune und die Lichtmasten hätten am etwas oberhalb gelegenen Rasenplatz das Landschaftsbild beeinträchtigt.“

Früher als anfangs geplant soll die TSG ihren Kunstrasenplatz erhalten, sagt Markus Frank – wenn alles glatt läuft schon 2016. „Wir sind nun in die Feinplanung eingestiegen und bereiten demnächst die Ausschreibung vor.“

„Muskelengagement zahlt sich aus“, begründet Frank, warum der Kunstrasenplatzbau bei der TSG vorgezogen wird. Vorbildlich kümmere sich der Verein um seine beiden Sportplätze. „Er ist auch in Vorleistung getreten und hat sein Vereinsheim bereits unter großem Einsatz saniert.“ Ein solches Engagement spiele bei der Frage, welcher Verein zuerst einen Kunstrasenplatz bekomme, stets eine Rolle.

 

Frankfurter Neue Presse, 26.01.2016

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