Es gibt in Nieder-Erlenbach nur wenige Themen, die kontroverser diskutiert werden als die Verkehrsführung in einigen Straßen. Neuester Diskussionsgegenstand ist die Fahrtrichtung in den Straßen Bornweg und Alte Fahrt. Hierzu wurde auch in der Ortsbeiratssitzung kontrovers diskutiert.

Nichts weniger als eine Richtungsentscheidung sollte laut einem Antrag der SPD getroffen werden. Die Frage war, sollen der untere Bornweg und die Alte Fahrt fortan zu Einbahnstraßen werden oder soll es bei der bislang geltenden Regelung mit Begegnungsverkehr bleiben? Aufgrund des Kanalanschlusses des Baugebiets „Westrand Nieder-Erlenbach“ und der damit einhergehenden teilweisen Sperrung der umliegenden Straßen wurden die genannten Straßen temporär zu Einbahnstraßen. Einige Anwohner empfanden dies als gut und wollten diese Regelung beibehalten, andere wiederum hielten die vorher geltende und nun wieder geltende Regelung mit Begegnungsverkehr für besser. Eine sachliche, aber durchaus polarisierende Debatte entbrannte hierfür bereits während der Bürgerfragestunde.

So viel sei vorweggenommen. Erst einmal hat der Ortsbeirat den Antrag der SPD bis auf Wiederruf zurückgestellt. Die Alte Fahrt wird schon bald saniert, der Kanalanschluss des Westrandes ist noch nicht vollendet, erst wenn diese Maßnahmen abgeschlossen sind, wird man sich mit der Verkehrsführung beschäftigen. Schritt für Schritt also. Hinzu kommt, dass es zwar eine Bürgerbefragung zu diesem Thema gab, jedoch lediglich die unmittelbar betroffenen Anwohner des unteren Bornwegs und der Alten Fahrt gefragt wurden. Dabei würde eine neue Verkehrsführung durch dann neu entstehende Wegeverbindungen und Fahrtrichtungen rund Ein Drittel des gesamten Ortsgebiets betreffen, zum Teil ebenfalls unmittelbar, zum anderen Teil mindestens mittelbar. Die Veränderung hätte Verlagerungen des Verkehrs auf andere Straßen zur Folge, die ebenfalls geforderte Ausweisung zum verkehrsberuhigten Bereich würde bedeuten, dass nach Auskunft von Experten in der Alten Fahrt rund 60 Prozent der heute hier stehenden Autos dort nicht mehr parken dürfte, der Parkdruck würde sich also ebenfalls auf anliegende Straßen verlagern. Die Umfrage hatte einen Rücklauf von etwas über 30 Exemplaren. Jetzt könnte man demokratietheoretisch argumentieren und fragen, ab wann ist ein Umfrageergebnis legitim, beziehungsweise wer nicht wählt, hat es verpasst, seine Meinung zu äußern, doch das ist nicht mein Ansatz.

Als Ortsvorsteher ist mir daran gelegen, eine tragfähige Lösung für alle unmittelbar und mittelbar betroffenen Personen zu finden. Dies bedeutet, dass ich mir zum einen alle Stimmen anhöre und dass ich zum anderen auch allen Personen die Möglichkeit einräumen möchte, hier mitzustimmen. Die Vertagung halte ich deshalb für äußerst sinnvoll, wir haben nun Zeit eine größer angelegte Befragung zu starten und dann auf Basis des Ergebnisses neu zu überlegen, welche Maßnahmen erstrebenswert sein könnten. Ein Schnellschuss würde in dieser Situation niemandem helfen. Weder den Befürwortern einer neuen Wegeführung, noch den Befürwortern der alten Lösung. Besonnenheit und das Abwägen aller Argumente sind hier in meinen Augen die richtige Vorgehensweise. Eines ist klar, am Ende muss man gemeinsam eine tragfähige Lösung finden, weder dürfen Anwohner verschiedener Straßen und Bereiche gegeneinander ausgespielt , noch dürfen Befürworter der beiden Lösungen gegeneinander aufgebracht werden.

Verkehr, Wegeführungen, Straßensanierungen und derer Themen mehr sind immer sensible Themen im Ortsbeirat und so halte ich die getroffene Richtungsentscheidung für zielführend, die da lautet: Kein Schnellschuss, sondern wohl überlegte Schritte.

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