Schwander: „Randstadtteile bei ÖPNV nicht links liegen lassen“

Die CDU in Nieder-Erlenbach fordert Alternativen für den Öffentlichen Personennahverkehr in den Frankfurter Randstadtteilen. Vor allem die Stadtteile, die weder ans U-, noch ans S-Bahnnetz direkt angeschlossen sind, sollen Mobilitätsalternativen erhalten. Der stellvertretende Stadtbezirksverbandsvorsitzende und Ortsvorsteher, Yannick Schwander, ruft den Magistrat auf, die Stadtränder nicht zu vergessen. „Während für die Innenstadt immer neue Maßnahmen ergriffen werden, müssen wir uns am Stadtrand seit Jahren vertrösten lassen. Ortsbeiratsinitiativen werden abgelehnt, Vorschläge verstauben in den Schubladen und Investitionen in diesem Bereich gibt es nicht. Die Bürgerinnen und Bürger der Randstadtteile haben eine solche Behandlung nicht verdient“, erklärt Yannick Schwander.

Nieder-Erlenbach sei lediglich mit Buslinien an das ÖPNV-Netz angeschlossen. Diese Linien fahren in unterschiedlicher Häufigkeit und zu unterschiedlichen Tageszeiten verstärkt, um Pendler und Schüler aus Nieder-Erlenbach an die nächstgelegenen U- oder S-Bahnstationen zu bringen. „Fällt einmal ein Bus aus oder gibt es einen Streik wie im Januar 2017 stehen vor allem die Schülerinnen und Schüler vor einer unlösbaren Aufgabe, zumal beispielsweise der Radweg nach Nieder-Eschbach weiter auf sich warten lässt. Schaffen wir nicht endlich Alternativen, bleibt es dabei, dass ein Großteil der Nieder-Erlenbacher mit dem eigenen Auto pendelt“, mahnt Schwander Maßnahmen für den nördlichsten Stadtteil an.

Für die Christdemokraten in Nieder-Erlenbach gibt es markterprobte Alternativen, die man schnell und kostengünstig umsetzen kann. „In Hannover und Hamburg gibt es Elektrokleinbusse des Anbieters ‚Moia‘. Diese fahren keine direkten Haltestellen an, sondern sammeln Mitfahrer, die den gleichen Weg nehmen möchten auf der Strecke ein. Bestellen kann man diese Busse über eine App. Die Fahrzeuge pendeln dann in einem bestimmten Gebiet. Man könnte beispielsweise so Nieder-Erlenbach mit der S-Bahnstation am Frankfurter Berg verbinden, ohne eine eigene Buslinie zu schaffen“, macht Schwander konkrete Vorschläge.

Der Anbieter Moia sichert Fahrtpreise, die zwischen einem Ticket für den ÖPNV und einer Taxifahrt liegen. Je mehr Mitfahrer, desto günstiger der Preis für eine Einzelperson. In Hamburg und Hannover setzt der Anbieter auf Elektrokleinbusse und arbeitet mit den örtlichen Nahverkehrsgesellschaften zusammen. „Moia ist eine Ergänzung zum herkömmlichen ÖPNV-Angebot. Man ist ein stückweit flexibler als im ÖPNV, aber umweltfreundlicher unterwegs als im Privat-PKW“, beschreibt Schwander und weiß, dass man in den beiden bisherigen Partnerstädten gute Erfahrungen gemacht habe.

Moia sei auch eine Möglichkeit über Tarifzonen hinweg Angebote zu schaffen. Wer heute von Nieder-Erlenbach nach Bad Vilbel zur S-Bahn wolle, um dann in die Frankfurter Innenstadt zu fahren, durchfährt gleich zwei Mal die Tarifgrenze, was dazu führe, dass sich der Ticketpreis deutlich erhöht. „Aufgrund unserer Nähe zu Bad Vilbel ist man im Grunde schneller dort an den Bahnhof und mit der S-Bahn in die Stadt gefahren, als beispielsweise über Berkersheim oder Nieder-Eschbach. Die Tarifgrenzensysteme machen Ticketpreise jedoch ungleich teurer. Auch hierfür könnte Moia eine Alternative sein“, erläutert der Ortsvorsteher weitere Vorteile.

Die CDU in Nieder-Erlenbach wolle hier keinem Einzelanbieter den roten Teppich ausrollen, die guten Erfahrungen in Hannover und Hamburg sprächen jedoch für diese Alternative. „Gibt es andere Unternehmen oder ähnliche Konzepte, muss man diese gegenüberstellen und sich dann entscheiden. Wichtig ist nur, dass wir solche Alternativen nicht nur prüfen, sondern möglicherweise in einem Pilotprojekt auch einmal testen. Entweder wir tun dies jetzt oder wir vergessen die Frankfurter Randstadtteile auf Jahre hinweg“, fordert Schwander abschließend ein rasches Handeln.

Links zu Moia:

https://www.moia.io/de-DE/so-gehts

https://www.hamburg.de/auto-strasse-hamburg/9036454/moia/

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